19.September 2013: Colombo

Nach 14 Tagen Rundreise durch Sri Lanka wechselten wir ein letztes Mal unseren Standort, und verabschideten uns von einem turbulenten, warmherzigen, einfach grandiosen Urlaubsparadis

Da wir ja keine Zugtickets im Voraus kaufen konnten, mussten wir am Morgen früh am Bahnhof sein, um in den Zug nach Colombo zu steigen. Wir brachen sehr früh auf, und hofften, dass wir ein paar Sitzplätze ergattern könnten. Die Hoffnung wurde leider enttäuscht. So stellten wir uns in die Nähe der Tür eines leicht überfüllten Waggons und hofften, dass wir auf der Fahrt ein paar schöne Ausblicke auf die Küste genießen konnten.

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Leider wurde diese Hoffnung enttäuscht, und die Tatsache, dass wir direkt vor dem Klo unsere Plätze hatten, machte die Fahrt auch nicht besser. Je näher wir der hauptstadt kamen, desto voller wurde es. Kurz vor Colombo fühlten wir uns dann endlich wie zu Hause: Ein überfüllter IC mit kaputter Klimaanlage ist auch nicht anders. Doch, schon, er ist deutlich teurer. Wir bezahlten umgerechnet nicht viel mehr als einen Euro für unsere Tickets, und fanden, dass man dafür auch nicht mehr erwarten kann.

Nach über 3 Stunden fahrt erreichten wir dann schließlich Colombo, und waren froh, dem stickigen Zug zu entkommen. Allerdings war es draußen auch nicht viel anders:
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Wir verließen den Bahnhof, und liefen zum Stadtzentrum. Auch in Colombo gibt es ein altes Fort, das jetzt ein paar Buidness-Gebäude, und die Regierungsgebäude beherbergt. Wegen der unruhigen politischen Vergangenheit des Landes, ist der Zugang zu den meisten Straßen in diesem Bereich beschränkt. Wir wollten uns dennoch einen Überblick verschaffen, und liefen drauflos. Insgesamt war das, was wir sahen, aber ziemlich unspäktakulär, im Vergleich zu all den Eindrücken der letzten 2 Wochen.
Außerdem war es sehr heiß, und wir hatten ja unser gesamtes Gepäck mit. Also beschlossen wir, uns irgendwo ein kühles plätzchen zu suchen, und überhaupt, mal was nahrhaftes zu uns zu nehmen. Wir waren ja noch vor dem Frühstück in den Zug gestiegen.
Da sich auch meine Blase meldete, lief ich schnurstracks auf ein Hotel zu, das hier direkt im Zentrum lag, und dem von Außen anzusehen war, dass eine Nacht in diesm Hotel vermutlich etwa genauso viel kostet, wie unsere sämtlichen vorigen Übernachtungen zusammen.

Das Personal in der Lobby begrüßte mich trotz meiner verschwitzten Wanderklamotten, dem dreckigen Rucksack, und vermutlich nicht allzu feinen Gesamterscheinung nach den 3 Stunden im stickigen Zug, sehr freundlich, und so handelte ich aus, dass wir unsere Rucksäcke im Gepäck-Raum dieses Nobelschuppens lagern durften, und so ohne das zusätzliche Gewicht durchs Zentrum ziehen zu können.

Wir suchten nach einem Cafe oder Restaurant, aber was im Hotel angeboten wurde, war uns zu teuer. Außerdem hofften wir, irgendwas finden zu können, das einen Ausblick auf die Stadt bot.
Leider war das benachbarte Geschäfts-Hochaus wegen Feiertags geschlossen. Schließlich gingen wir gegenüber in ein anderes Gebäude, auf dem wir eine Dachterrasse erspäht hatten. Nach 5 Minuten in der Sonne beschlossen wir doch rein zu gehen, zumal der Ausblick nicht besonders spektakulär oder Abwechslungsreich war.
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Da es in dem Dachterrassen-Cafe nur Getränke gab, und um uns rum sonst nicht viel essbares in Sicht (Ins Seafood-Restaurant hat es mich nicht gezogen...), gingen wir zurück in das Hotel, und holten uns ein paar Brötchen, und Teilchen auf die Hand. Damit setzen wir uns mitten in die Lobby, in zwei wahnsinnig bequeme Sessel, und hatten viel Spaß daran, zu beobachten, mit welchen Blicken die Hotelgäste uns bedachten. Zwischen all den Jacketts und Kleidern stachen wir in unser Rucksack-Touristen-Kleidung schon heraus. Schließlich stöberten wir nochmal durch die Tourishops, wo ich mir endlich die obligatorische Sri Lanka - Tasse für meine Sammlung kaufte, und holten schließlich unser Gepäck wieder ab.

Wir fanden ein Tuktuk, dass uns zu unserer vorgebuchten Herberge in einem der vorgelagerten Stadtteile brachte. Wir fuhren fast eine halbe Stunde, und hatten ein wenig Mühe, die richtige Straße zu finden. Schließlich waren wir da, und freuten uns über die freundliche Begrüßung unserer Wirtin, und das saubere Zimmer.
Wir sprangen erstmal unter die Dusche, und wechselten in frische Klamotten. Den restlichen Nachmittag verbrachten wir mit Faulenzen, Fotos sortieren, und auf die morgige Rückreise vorbereiten.

Abends sprangen wir wieder in ein Tuktuk, um am Strand spazieren zu gehen, und für unsere restlichen Rupien feudal essen zu gehen.
Der Strand war wieder eine kleine Enttäuschung. Nur ein schmales Sand-Band neben der Straße, und wie oft in Südost-Asien nicht besonders sauber. Und Restaurants gab es auch nicht so viele, wie vom Reiseführer versprochen. Die Abendstimmung machte das aber wieder wett:

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Tina hatte auf TripAdvisor einen Hinweis auf ein tolles Restaurant gefunden, das an der Straße lag, die parallel zum Strand lief. Wir beschlossen dort hin zu laufen.

Nach 20 Minuten beschlossen wir ein Tuktuk zu nehmen, da wir mit der Adressierung überfordert waren. Offenbar geht in Colombo die Zählung der Hausnummern jedes Mal neu los, wenn ein neuer Stadtteil beginnt. Daher gibt es die Straßen/Haunummern-Kombination, die wir suchten, mind 4 mal, man muss den Stadtteil wissen. Wir stiegen also ins Tuktuk, und kamen nach längerer Suche an der gesuchten Adresse an.
Vor uns erhob sich ein riesiger Gebäude/Hotel-Komplex, der innen wieder viel, viel Geld der Gäste suggerierte. Wir machten uns auf die Suche, und wollten fast schon aufgeben, als wir erfuhren, dass das Restaurant, das wir suchten im Hotel zu finden war, und nicht daneben. Es machte aber erst in einer Dreiviertelstunde auf.

Wir reservierten einen Tisch, und schauten uns in der Lobby um. Die Zeit nutzen wir, um unser restliches Guthaben der Sim-Karten zu vertelefonieren, und zu entdecken, wofür die Reichen und Schönen in Colombo so ihr Geld ausgaben.

Schließlich konnten wir essen, und hatten wirklich leckeres indisches Essen. leider auch wirklich scharf. Ich bestellte mir extra einen Joghurt dazu, und schaffte es trotzdem kaum alles zu essen. Das Ambiente war aber trotzdem so toll, dass es ein richtig schöner Abend war.

Schließlich waren wir satt und Glücklich, und bereit die Heimreise anzutreten. Als wir endlich eiN Tuktuk gefunden hatten, dass noch so weit aus dem Stadtzentrum raus fahren wollte, freuten wir uns schon auf eine gute letzte Nacht in Sri Lanka. Das Tuktuk setzte uns am Anfang der Straße ab, von der aus man zu unserer Unterkunft gelangte, wir waren überzeugt, dass wir nur noch 50m gehen mussten...
Falsch gedacht, die Straßen sahen aber auch alle gleich aus. Nachdem wir 3 Mal an der richtigen Einmündung vorbei gelaufen waren, und schon ziemlih ratlos waren, trafen wir auf ein mit 3 Leuten schon ziemlich volles Tuktuk, mit 2 Mädels, die zur gleichen Unterkunft wollten, und einen Fahrer hatten, der den Weg kannte. Wir schafften es irgendwie, uns noch mit in das Tuktuk zu quetschen (dafür hätten wir ein halbes Clown-Diplom verdient - es ist schon zu zweit eng in den Teilen!) und kamen wohbehalten an.

Am nächsten Morgen packten wir unsere Rucksäcke ein letztes Mal, diesmal so, dass sie FLugfertig waren, und warteten auf den Mittag. Unsere Wirtin hatte uns ein Tuktuk bestellt, das uns zu einem schönen Mittagsplatz bringen sollte. "in der Nähe". War dann doch nicht so nah, sodass unsere wirklich letzten Rupien (außer denen, die wir für den Shuttle zum Fughafen gespart hatten) für eine Portion Nudeln und was zu trinken drauf gingen.

Wieder zurück brauchten wir nicht mehr lange warten, bis der Kleinbus, der uns zum Flughafen bringen sollte, da war. Wir stiegen, wieder mit den beiden Mädels vom Vorabend zusammen - ein und machten uns auf den Weg. Wir hielten nur noch einmal, damit ich in einem Supermarkt mit Alkoholabteilung (die haben nicht alle), noch eine Dose Bier als Mitbringsel besorgen konnte. Ich stand vor der Theke und beäugte die Dosen, und wurde gleich von 4 umstehenden Männern beraten, welches das beste sei. Ich antwortete nur: "Ist mir egal, wie's schmeckt, es soll schön aussehen!" und nahm eine Schwarze Dose mit einem rosa Elefanten vorne drauf :-D

Nach fast 2 Stunden fahrt im dichten Verkehr von Colombo erreichten wir den Flughafen, wo wir ohne Probleme einchekten - Im Gegensatz zur französischen Reisegruppe vor uns, bei denen ein Koffer ohne Zielflughafenmarkierung aufs Laufband geschickt wurde.
Im Wartebereich fanden wir noch ein sehenswertes Hinweisschild, dass die unglaubliche Wirksamkeit von Grenzen aufzeigte:
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Der Flug zurück verlief ohne große Zwischenfälle, wenn man von dem Klappern des Flugzeugs aus Doha beim Start, und der nicht funktionierenden On-Bord-Entertainment Konsole absieht.

Wir kamen morgens gut gelaunt in Deutschland an, waren aber traurig, dass eine so schöne Zeit jetzt zu ende war. Ich sprang am frankfurter Flughafen in einen ICE nach Köln, wo mich mein Vater abholte. Noch schnell eine Kerze im Dom angezündet, als Dank für die gute Reise, und dann war ich wieder daheim - bereit für einen neuen Lebensabschnitt in einer neuen Stadt, und bereit bald wieder die Welt zu entdecken!

 

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