15. Dezember: Die große Mauer

Das Beste kommt ja oft zum Schluss, und so war’s hier auch: Am letzten Tag ging’s raus zur Mauer!

Wie Tickets für den Ausflug hatte ich schon am ersten Abend im Hotel erstanden. Die Aktion war recht schwierig: Es gab einen Katalog mit möglichen Ausflugs-Programmen, aus dem wir uns eines aussuchten, und dann dem Verkäufer durch darauf zeigen vermittelten, dass wir das buchen wollten. Soweit, so einfach. Aber wir brauchten ja zwei Tickets (geht auch noch), aber das Datum war dann doch schwieriger. Zum Glück gibt es ja Zettel und Papier.
Nach einem leckeren Frühstück holte uns der Minibus ab, und wir fuhren eineinhalb Stunden raus aus der Stadt. Dabei konnten wir viel über den Pekinger Verkehr lernen: Wer welche Kennzeichen bekommt, und für wie lange, dass das Hupen aus Rücksicht auf die anderen passiert, und dass nichts dagegen zu sprechen scheint, ein mit Blaulicht fahrendes Polizeiauto rechts zu überholen.
Schließlich kamen wir an die erste Station des Tages: Die Kaisergräber. In den Hügeln liegen alle möglichen Kaiser einer der letzten Dynastien begraben, allerdings sind noch nicht alle Grabeingänge gefunden. Wir lernten, dass die von uns besichtigten Gräber die soziale Variante sind: Die ersten Kaiser hatten sich ihr riesigen Grabhügel aufschütten lassen: Eine Arbeit die normalerweise ihre gesamte Amtszeit lang dauerte, und jede Menge Arbeiter-Leben forderte. Schließlich hatten die Kaiser ein einsehen, und ließen Tunnel in schon vorhandene Hügel und Berge graben. Die Eingänge wurden nach der Beerdigung zugeschüttet und versteckt.
Heute kann man einige Gräber besichtigen, und wir taten genau das.
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Innen ist die ganze Sache ziemlich unspektakulär – Tonarmeen waren zur Zeit der Grab-bewohner schon wieder out, so konnten wir nur auf die (leeren) Särge starren – die Schätze liegen alle im Nationalmuseum.
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Dann ging es weiter – endlich zum eigentlichen Ziel, der Mauer! Als wir sie endlich in den Bergen sahen, gab es aber noch eine Verzögerung: Mittagessen! Echt chinesisches Essen – so lecker, das wir gar nicht mehr aufhören wollten! Aber natürlich zog es uns zur Mauer. Dorthin gab es eine Seilbahn, und dann – endlich!!! – standen wir auf DEM Wahrzeichen Chinas, das zwar entgegen der Gerüchte nicht aus dem Weltraum zu sehen ist, aber trotzdem ein echt beeindruckendes Bauwerk.
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Allerdings muss ich zugeben, dass der erste Eindruck doch erst mal ein bisschen enttäuschend war. Irgendwie hatte ich mir die Mauer insgesamt noch höher und beeindruckender vorgestellt. So, dass man davor steht, den Kopf in den Nacken legt, und nur noch „bah“ raus bringt. Ist aber nicht so. Kein Wunder, dass die wilden Horden einfach durchgeritten sind…
Trotzdem war die Landschaft beeindruckend, und das Gefühl wirklich und ich echt selber höchstpersönlich live und in Farbe auf der chinesischen Mauer zu stehen einfach unfassbar!
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Am Abend ging's zu einem feudalen Abschieds-Essen in unser "Stamm-Restausrant" bei meinem Hotel, wo wir glelich 5 Essen bestellten, und die Kellnerin damit etwas überforderten. Aber es war richtig lecker - auch wenn ich es nicht vermisse bei jedem Bissen Fleisch fürchten zu müssen auf ungewohnte Texturen im Mund zu stoßen.
Im Flughafen musste ich recht lange auf den Flieger warten, schaffte meinen Anschluss in Kuala Lumpur aber ohne Probleme. Im Gang ins Flugzeug hatte ich in Kuala Lumpur kurz das Bedürfnis wieder raus in die Wärme zu stürzen, aber dazu hatte ich viel zu lange meine Heimat nicht gesehen, und freute mich schon auf Weihnachten, und aufs Erzählen von meinen Abenteuern.

Jetzt bin ich gespannt, wohin die nächste Reise mich wohl führt!

 

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Also, die Aussicht von der Mauer ist aber schon seeeehr beeindruckend! Boah! grin Und vermutlich ist es auch eher die LÄNGE als die HÖHE, die zu ihrer Berühmtheit führte und schon noch immer zu bestaunen ist wink (ob nun aus dem Weltraum oder nicht sei jetzt mal dahin gestellt. Ich war da oben noch nicht - und.. wenn man die Mauer sehen will ist es ja vielleicht auch sinnvoller, nach China zu fliegen als da hoch wink ) Aber, hach, um die streng genommen geplünderten Gräber tut's mir ja immer ein bißchen leid. Da geben die sich solche Mühe - und dann latscht denen jeder durch's Grab und alles Kostbare wird zur Schau gestellt (wenn auch kultiviert und zu musealen und kulturellen Zwecken). Aber, na ja..oder?

 
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