13. September 2013: Szenenwechsel

Aus den Bergen zum Meer, vom Lärm zur Ruhe, vom Abenteuer zur Erholung. Nach einem Tag im Bus hat sich zielich viel geändert.


Zugegeben, nach der rumpeligen, Blasen-strapazierenden, Adrenalin-pumpenden Busfahrt nach Kandy, die wir erfolgreich überlebt hatten, wussten wir: Uns kann nichts schrecken, der Preis ist unschlagbar, wir fahren nochmal Bus. Nach Ranna. Das liegt an der Südküste Sri Lankas und hier wollten wir zur Abwechslung mal sinige Nächte bleiben. Ursprünglich waren 6 geplant.
Nach der verfrorenen Nacht in Nuwara Eliya war ich allerdings nciht mehr ganz so überzeugt... Ich hatte im Internet gelesen, dass es in unserer gebuchten Unterkunft keine warme Dusche gab, und die Internetkritiken waren eher durchmischt, wenn auch die schlechten Kritiken eher alt waren. Wir nutzen also die Zeit in Haputale um uns noch ein, zwei Alternativen zu suchen, falls wir nach der ersten Nacht feststellten, dass wir uns im "Golden Coconut" nicht wolfühlten. Außerdem beschlossen wir ohnehin kürzer dort zu bleiben, und noch zwei Nächte in Galle zu verbringen. Dazu später mehr.

Wir fuhren zunächst mit dem Tuktuk nach Wellawaya. Das ist gar nicht so leicht mit zwei großen Rucksäcken, aber wir hatten ja inzwischen Übung uns in die kleinen Wägelchen zu quetschen. Am Busbahnhof in Wellawaya kamen noch zwei andere Gäste aus unserem Hostel in Haputale dazu, die auch zum Strand wollten.

Diesmal gingen wir an der Bushaltestelle alle nochmal Frühstückstee entsorgen (inzwischen ohne weiter drüber nachzudenken, wie die öffentlichen Toiletten hier so "ausgestattet" sind...), dann stiegen wir in den Bus, den wir für den richtigen hielten. Es gab nämlich mehrere Busse, die in unsere Richtung fuhren, aber über unterschiedliche Routen, und mit mehr oder weniger Stops. Wir hatten Glück und erwischten tatsächlich den Expressbus zur Küste.

Der fuhr erstmal noch ein wenig durchs Bergland, vorbei an kleinen Örtchen, bei denen wir uns jedes Mal fragten: "Warum haben wir nicht hier übernachtet, statt in nuwara Eliya??".
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Wir waren durchaus froh, als die kurvigen Bergstraßen hinter uns lagen, und wir in die Ebene kamen, an deren Ende dann das Meer lag. Unser Bus war wieder mal sehr Farbenfroh, aber zum Glück (erstmal) nicht sehr voll. Und der Busfahrer hatte gutes timing mit seinen Pausen.
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In der Ebene wechselte auch das Landschaftsbild, und der Bus füllte sich zusehends.
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(Hier wird Salz abgebaut)

Schließlich kam die Küste in Sicht, und wir wurden nervös. Einerseits hatten wir keine Ahnung, wie die ganzen Orte hießen, durch die wir fuhren (also auch nicht, ob wir nicht schon längst hätten aussteigen müssen), andererseits, weil wir gar nicht so genau wussten, wie wir in unsere Unterkunft kämen, und ob wir uns dort wohlfühlen würden.
Der Bus war inzwischen picke-packe voll. Beeindruckend war der Anstand der Leute: Neben mir saß ein kleines Mädel, schätzungsweise 8,9 Jahre alt. Natürlich keinerlei Englischkentnisse, die mich, weiße, blonde Touristin, die in dieser fremden Sprache mit der anderen weißen Touristin sprach, immerwieder interessiert anschaute. Aber nicht starrte. Ich versuchte immer zurückzulächeln, wenn sich unsere Blicke trafen, und wir versuchten etwas zu kommunizieren, was eher nicht ging. Ein goldiges Ding, das ohne Aufforderng sofort den Platz freigab, als eine schwangere Frau in den Bus stieg. Einfach so. Ohne Widerworte, weil man das so macht. Ich machte das bei der nächsten schwangeren natürlich auch, war aber immernoch völlig baff.

Dass der Bus so voll war, hatte noch einen anderen Vorteil: Bei jedem Ort, durch den wir fuhren, freagen Tina und ich jeden in unserer Umgebung: "Ranna???". Das hatte zur Folge, das uns, als wir dann tatsächlich in Ranna ankamen, praktisch der gesamte Bus informierte, dass wir jetzt in Ranna seien, und kollektiv den Busfahrer anschrie, er solle anhalten. grin

Wir suchten ein Tuktuk, das den Weg zum >>>Golden Coconut<<< kannte, quetschten uns rein, und fuhren der Unterkunft entgegen.

Dort wurden wir von vielen Hunden, und zwei unglaublich lieben deutschen Gastgebern begrüßt.
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Zwischen Palmen, gleich neben dem Strand, quartierten wir uns in preußisch sabere, gemütliche Zimmer ein, und Karin umsorgte uns sofort mit Getränken, und nahm unsere Bestellung für's Abendessen auf.

Es war sogar Zeit schonmal in den Pool zu hüpfen, und einen Blick auf den Strand zu werfen. Den Abend verquatschten wir dann mit Georg und Karin, und wussten gleich, dass unsere Alternativen nicht gebraucht würden - auch wenn warme Duschen das Wohlfühl-Ambiente endgültig perkeft gemacht hätten.
Nach dem Abendessen fielen wir ins Bett mit dem Plan, morgen den Sonnenaufgang sehen zu wollen, und einen gemütlichen Lese-Tag mit Ausflug nach Matare zum shoppen einzulegen. Eben Urlaub.

 

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