09/10 September 2013: Kandy

Szenenwechsel. Sri Lanka mal (ganz) anders. Bunt, laut, überfüllt, und so viel zu sehen!






Nach einem leckeren und reichhaltigen Frühstück in unserer tollen Unterkunft in Sigiriya (okay, die Frösche und Egel im Bad und in der Küche werden wir nicht vermissen, aber sonst...) packten wir, und warteten auf ein TukTuk, dass uns zur Hauptstraße richtung Dambulla brachte. Dort warteten wir auf den Bus nach Kandy.

Bus fahren in Sri Lanka ist abenteuerlich. Erstmal muss man es schaffen, dass der Bus auch hält. Man stellt sich also mitten in die Haltestelle, und brüllt in den Bus: "KANDY???!?". Fährt der Bus dort hin, stigt der Fahrer in die Eisen, ein Helfer springt raus, der hilft die großen Rucksäcke hinten im Laderaum zu verstauen, dann springt man in den Innenraum, hofft zwei Plätze zu finden, auf die man durch die Kraft des beschleunigenden Busses gepresst wird. Der Bus kurvt dann durch den Sri Lankischen Verkehr, und man kann froh sein, wenn man nicht vorne rausgucken kann, und sieht, wie waghalsig die Kurven genommen werden, oder wie kapp hinter anderen Verkehrsteilnehmern gebremst wird. Bergab ist besonders lusitg, denn Bremsen werden nur im äußersten Notfall benutzt. Auf die Weise kommt man dann aber auch früher an. Sehr zur Freude unserer Blasen. Die waren mit dem Frühstückstee gut gefüllt. Sogar so gut, dass wir kurz vor Kandy ausstiegen, und ich erstmal eine Gelegenheit suchte, wo ich mich erleichtern konnte. Ich fand einen Markt und einen hilfsbereiten Tuktuk-Fahrer, der mich zu einer öffentlichen Toilette brachte. Zum Glück ging dort das Licht nicht. Immerhin weiß ich jetzt, dass ich auch mit den hier eigentlich üblichen Löchern im Boden zurecht kommen kann.

Schließlich nahmen wir für den Rest der Strecke ein Tuktuk, das uns bis zu einer Baustelle 200m vor unserer Unterkunft brachte. Dieser Fahrer war leider nicht so hilfreich, und erleichterte uns um mehr Rupien als nötig. Man muss dazu sagen, dass insgesamt ca 1000 Rupien (etwa 6 Euro) für die Fahrt von Sigiriya nach Kandy ein klacks sind, zumal der Preis für zwei Personen gilt!

In unserer Unterkunft ruhten wir uns bei einer Tasse Tee etwas aus, und gingen dann in die Stadt. Die besteht aus einem See, dem Tempel des Zahns, und vielen kleinen Geschäften. Kandy ist voll, laut, und dreckig, Rußfilter und Katalysatoren scheinen hier gänzlich unbekannt zu sein.

image
image
image

Wir mussten einmal quer durch, und kauften am Bahnhof schomal die Tickets für die Zugfahrt nach Nuwara Eliya zwei Tage später. Dann stürzten wir uns ins Getümmel und stöberten durch die Shops.
image
(Ja, wirklich, das Schild sagt "Zahnarzt", und zeigt in einen Tourishop...)

Schließlich sanken wir völlig erschöpft auf eine Bank am See, beschlossen abends in der Unterkunft zu essen, und nur noch nach Hause zu wollen. Immerhin reichte unsere Energie den Tuktuk-Fahrer, der uns zurück fuhr auf einen lächerlich niedrigen Preis runter zu handeln (selber schuld), und waren froh um die Ruhe. Das von unserer Wirtin selbst gekochte Curry weckte dann auch wieder die Lebensgeister und die Vorfreude auf den nächsten Tag.

Der begann gemütlich mit einem guten Frühstück. Dann gingen wir zum Tempel des Zahns. Der heißt so, weil hier eine Buddha-Reliquie, nämlich sein Zahn aufbewahrt wird. Der kam mit einem früheren König nach Sri Lanka und galt als Zeichen der souveränität des Inselstaates. Als die Portugiesen kamen, wurder der Zahn (angeblich) von ihnen zerstört, hat aber (angeblich) auf wundersame weise überlebt, oder der Legende nach sich selbst wieder zusammengesetzt, nachdem er zermahlen worden war. Der (angeblich) fast 10cm lange Zahn wird ein einem Schrein im inneren des Tempels aufbewahrt, daher der Name.

image


Dreimal am Tag gibt es eine Zeremonie, während derer die Buddhisten opfergabe für den Zahn darbringen können. Es ist eine etwas skurille Angelegenheit, die von lautem Trommeln begleitet wird. Während die Buddhisten bereits geduldig im oberen Stockwerk des Schreins warten, versammeln sich die Touristen im Hof, um den Beginn der Zeremonie zu sehen. Dann stürmen auch die Touristen ein Stockwerk höher, und schauen den Buddhisten, die an der Reliquienkammer vorbeiziehen über die Schulter, in der Hoffnung einen kurzen Blick auf den Goldenen Aufbewahrungsort zu erhaschen. Dass dabei betenden Gläubigen auf die Füße getreten und Kameras ins Gesicht gedrück werden scheint aber niemanden zu stören, weder die Touristen (*schäm*), noch die Gläubigen.

image

Wir flohen ziemlich bald aus dem Trubel und schauten uns im estlichen Gebäude um. Dort gab es viele Buddha Schreine, ein Museum, das Gaben an den Zahn ausstellte, und viele kunsvolle Bauteile zu entdecken.

Um den Tempel herum gibt es eine Ansammlung von Museen, die aber entweder geschlossen, oder eher uninteressant für uns waren (Eines wird im Reiseführer gradezu verrissen). Wir erhaschten einen Blick auf die ausgestopften Überreste des Raja Tusker. Das ist der Elefant, der bei der Jährlichen Fronleichnamsprozession Prozession während des Esala Perahera Festivals die Zahnreliquie trägt.

image
image
(Der ehemalige Königspalast neben dem Tempel des Zahns)

Schließlich schauten wir noch bei den Tempeln der Hindugötter, die in Kandy ebenfalls angebetet werden, vorbei, und gingen dann erstmal essen. Wir hatten vom Vortag gelernt und ließen uns Nudeln und Hühnchen schmecken. Dann ing's nochmal auf shopping-Tour. Es wurden Mitbringsel, Souveniers, Klamotten geshoppt und diesmal hatten wir richtig Spaß bei der Sache. Schließlich deckten wir uns noch mit Proviant für die Zugfahrt nach Nuwara Eliya ein, und flohen dann endgültig vor den schon den ganzen Tag immer wieder kehrenden Wolkenbrüchen.

image

Obwohl wir eigentlich nur einen halben Tag echtes Sightseeing gemacht hatten, hatten wir den Eindruck alles Wesentliche von Kandy gesehen zu haben. Jetzt freuen wir uns auf die Tee-Region im Hochgebirge (unsere nächste Station, Nuwara Eliya liegt auf fast 2000m), wo wir die (hoffentlich nciht durch Abgase verpestete) Natur genießen wollen.

 

Dein Kommentar:

Dein Name
Deine Email-Adresse
Deine Homepage (?)
Mail bei neuen Kommentaren?
Code bitte abtippen:
 
 
 

Na, die Busfahrt klingt doch fast wie unsere Tour nach Prag! Auch da waren Bremsen doch quasi überflüssig wink Ich bin übrigens schwer dafür, dass cuh mal Elefanten an der Fronleichnamsprozession teilnehemen! Viel Spaß euch weiterhin!!

 
Seite 1 von 1 Seiten Kommentaren