06 September 2013: The ancient city of Anuradhapura

Zweiter Tag in Sri Lanka. Wir entdecken Ruinen im Regenwald. Viele Ruinen. Nicht ganz so viel Regen...
Anuradhapura war lange Zeit die spirituelle und weltliche Hauptstadt Sri Lankas. Zu ihren Glanzzeiten lebte nicht nur der sinhalesische König hier, sondern auch bis zu 10.000 Buddhistische Mönche. Im Jahre 993 gab es dann eine indische Invasion, bei der die Stadt zerstört wurde. Die Ruinen lagen dann fast tausen Jahre lang vergesssen im Dschungel, bis sie von den Briten wieder entdeckt wurden. Heute kann man die Überreste der Klöster und des Königspalastes besichtigen.

Sowohl Tina als auch ich waren der Meinung, dass wir "so ein paar Ruinen" zu Fuß erlegt beämen. Ist ja eh nur ein Haufen Gerümpel, un überhaupt, so viel wird das ja schon nicht sein...
Im Hostel ließen wir uns überzeugen, dass die 38km(!) um und durch die Ruinen zwar mit dem Rad zurückgelegt werden könnten, dass es sich aber lohnen würde ein Tuktuk zu mieten, das uns rumfährt. Also dachten wir: Urlaub ist Urlaub, dann gönnen wir uns den Luxus (Preis für das Tuktuk für den ganzen Tag: 1500 Rupien, etwa 8 Euro...). Das war eine gute Entscheidung, denn alls wir los fuhren war es bewölkt, und fing, als wir die Runinen erreichten, natürlich pünktlich an zu regnen. Wir erkundeten trotzdem die Gegend.

Der erste Stop war das Jetavana Kloster, das heute so aussieht:
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Ich finde, da kann man nix sagen, 1700Jahre nach der Grundsteinlegung.
Es werden hier zwei Dinge deutlich:
Es gibt hier tatsächlich mehr "Dchungel" als Ruinen, und: Die Anlage ist groß. Wirklich. Ach ja, und wie jedes gute Kloster hat sie eine Dagoba. Das ist eine Unterform der Buddhistischen Stupa aus der auch mal in China Pagoden wurden.
Die Jetavana Dagoba ist die größte in Sri Lanka, gebaut aus fast 100 Millionen Ziegeln (sie ist innen solide).
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Wir liefen tapfer durch den strömenden Regen einmal rund (barfuß natürlich!). Zuflucht bot nur ein Buddha-Schrein mit Bunten Buddha- und anderen Figuren.
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Dann ging's zum ehemaligen Königspalast. Hier haben die großen sinhalesischen Könige regiert, zeitweise die ganze Insel! Ein Zentrum der Macht. Wir erwarteten großes und sahen dies:
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Also dann doch wieder zurück zu den Klöstern. Als nächstes bewunderten wir den Platz an dem der erste Tempel des heiligen Zahns (eine Buddha Reliquie - ganz original importiert. Bestimmt!) stand (davon ist nicht mehr wirklich was übrig, außer ein paar Pfeilern) und die zugehörigen Ruinen der Gebäude der Mönche die im Zahntempel dienten. Hie zum beispiel das Bad:
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Das Wasser wurde hier unterirdisch durch ein ecken mit Sand geleitet, ume s zu filtern. Das funktioniert heute nicht mehr. Aber merke: Wenn du für die Ewigkeit bauen willst, grabe lieber in die Erde, statt hoch zu bauen. Das hält besser.

Der schönste Punkt der Tour war der nächste Halt, beim Samadhi Buddha. Der hatte wohl ursprünglich noch drei Freunde, die aber nicht mehr existieren. Die Überdachung ist nicht original (ach.).
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Zur Abwechslung besichtigten wir dann die Ruinen eines Klosters. das Abhayagiri Kloster ist das zweit-älteste in Anuradhapura, gegründet ca 80 v.Chr. Hier gab es eine Dagoba zu besichtigen!
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In den Ruinenstätten dieser Tempelanlage gab es schöne Steingravuren, und die üblichen Gebäudereste zu finden. Und viel Grün
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Die Anlage ist wirklich riesig und kaum überschaubar. Eben eine komplette uralte Stadt, nur dass jetzt überall Bäume stehen. Und die Dagobas sind nicht hoch genug, ums ich orientieren zu können. A propos:
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Die Lankarama Dagoba stand wohl schon um Jesu Geburt im Innenhof eines Nonnenklosters. Sie unterscheidet sich von den anderen Dagobas durch ihre Größe, und dadurch, dass sie weiß ist. Wie die Thuparama Dagoba, die die erste Dagoba in Sri Lanka ist.
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In der Nähe stehen auch noch die Überreste der Kujjatissa Dagoba und die Mirisavatiya Dagoba, die wir beide nicht aus der Nähe betrachteten.

Übrigens gibt es natürlich zu fast jeder Dagoba eine tolle Story, gerne mal ein Buddha Fußabruck, ein König, der bei Baden seinen Speer inden Boden rammte, nicht mehr raus bekam, und das als Göttliches Zeichen deutete, und, und, und.

Blieben noch zwei sehenswürdigkeiten. Zuerst gings zum Affenfelsen im Kölner Zoo zur am besten restaurierten, und mit Pilgern gefüllten Ruvanvalisaya Dagoba.
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Man konnte lernen, dass nicht nur Gottheiten die Gaben der Pilger zu schätzen wissen:
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Abschließend ging es noch zum Sri Maha Bodhi, einem Ableger DES Bodhi Baums, unter dem Buddha seine Erleuchtung hatte. Seit das Original in Indien nicht mehr ist, werden Ableger dieses Baums in Sri Lanka in alle Buddhistische Welt verteilt. So lebt das "Original" immer weiter

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Wir kehrten ziemlich groggy ins Hostel zurück, wo wir uns erstmal duschten und ausruhten. Zum Glück hattes es nicht den ganzen Tag geregnet, und war ja warm, aber die Füße taten weh vom vielen Barfuß laufen (bei jeder DAgoba hieß es Schuhe aus!). Trotzdem machten wir uns am Abend nochmal auf in die Stadt, und suchten uns in einem kleinen Cafe etwas zu essen. leckeres Curry und unglaublich scharfe gebratene Nudeln. ("Hat gebrannt zweimal"...)

Ein toller Auftakt, auf den am nächsten Tag Mihinatale und Dambulla folgen sollten.



 

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Man kann doch zweifeln, ob Ihr mit dem nötigen heiligen Ernst und der gebotenen Ehrfurcht vor uralten Bauteilen bei der Sache wart. Aber Hauptsache, Ihr erholt Euch dabei!

 
 

Natürlich waren wir mit Ernst bei der Sache! Jedenfalls bei den ersten Dagobas. Ist wie mit Kirchen. Die haben auch alle nen Turm... wink

 
 

Genau! Und wenn sie nicht kaputt gegangen sind, sind sie eben noch da - oder zumindest ihre Reste wink Die "oberirdische" Wasserzufuhr des Tempelbads scheint ja prima funktioniert zu haben :p ..Ob der Zahntempel dem Karies zum Opfer gefallen ist?

 
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